Besuchertipps


Antoniuskirche mit Altarbild

Antoniuskirche

Die Kirche wurde im Jahr 1933 nach Plänen von Prof. Karl Holey, dem damaligen Dombaumeister von St. Stefan in Wien, erbaut und ersetzte die in der Nähe befindliche im 17. Jahrhundert errichtete Dorfkapelle.

Der Rundturm und die Raumform der Kirche symbolisieren die Erlacher Fabriken und Ziegeleien mit ihren Schloten.

Das große gotische Altarkreuz, um 1400 entstanden, stammt aus der alten Dorfkapelle. Die holzgeschnitzten Tafeln des Kreuzweges aus dem Jahr 1955 wurden von einem Holzschnitzer aus dem Grödnertal angefertigt.

Die heute in der Antoniuskirche stehende Erlacher-Madonna ist die Nachbildung jener Madonnen-Statue, die ursprünglich zum Inventar der Ulrichskirche gehörte. Das Original dieser aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts stammenden Marienstatue befindet sich heute im Wiener Dom- und Diözesanmuseum.

Das Wandgemälde schuf 1938 der akademische Maler Hochw.  H. P. Weilharter aus Katzelsdorf. Er hat die Altarwand mit farbenprächtigen Bildern ausgestattet, die in ihrer Dreiteilung wie ein riesiger Flügelaltar wirken. Im Mittelpunkt wurde das große gotische Altarkreuz beibehalten und er hat die Figuren Johannes, Maria und Magdalena dazu gemalt. Der Hl. Antonius (Kirchenpatron) führt Erlacher Kinder zum sterbenden Heiland. Der Hl. Johannes der Täufer, der Hl. Bonifatius und der Hl. Augustinus stehen als Zeugen ihres Glaubens an den Erlöser zu Füßen des Kreuzes. An der oberen Bildkante erscheinen vier Engel auf Wolkenbänken, zwei mit Leidenswerkzeugen, einer mit dem Opferkelch und einer mit dem Speisekelch. Links vom Mittelbild, gleichsam auf dem linken Flügel des Altarwerkes, ist die Geburt Jesu im Stall zu Bethlehem und rechts seine Himmelfahrt dargestellt. Die Bilder sind ein gemaltes Gebetbuch, leicht und angenehm zu lesen. (Auszug aus der Festschrift 50 Jahre St. Antonius-Kirche)

1998 wurde der Altarraum neu gestaltet und von Erzbischof Dr. Christoph Kardinal Schönborn geweiht.


Erlacher Madonna in der Antoniuskirche

Das Original der Erlacher Madonna mit dem Kinde aus dem 14. Jahrhundert stand bis zum Ankauf durch das Erzbischöfliche Dom- und Diözesanmusuem im Jahr 1935 in der Ulrichskirche. Die 166 cm große Statue, die kein direktes stilistisches Äquivalent im österreichischen Kulturraum findet, erhielt durch drei Fassungen ihr heutiges Aussehen. Die Skulptur wurde bereits im Jahrhundert Ihrer Entstehung durchgreifend neu gefasst. Die Mantelfläche, die Saumborte und das Untergewand der Madonna sowie die Fassungsreste am Gewand des Kindes wurden bei der 2. Fassung im 14. Jahrhundert verändert. Die 3. Fassung stammt vermutlich aus dem 17. Jahrhundert. Die Aushöhlung der Skulptur spricht für eine Postamierung an einer Rückwand. Der linke Unterarm und der rechte Unterarm des Kindes gingen im Laufe der Zeit verloren. Es wird angenommen, dass die Statue trotz einer Einkerbung am Kopf ungekrönt war.

Die Erlacher Madonna gehört zu jenen seltenen Madonnendarstellungen, bei der das Kind am rechten Arm Mariens gehalten wird.

Vom Stil her lassen Rückkoppelungen zu den Tafelmalereien auf der Rückseite des „Verduner Altares“ im Stift Klosterneuburg, zur Thernberger Madonna, der Friesacher und Imbacher Madonna und der Madonna im Salesianerinnenkloster in Wien darauf schließen, dass alle diese Arbeiten auf Beginn des 14. Jahrhunderts datiert werden können.

In der Antoniuskirche steht heute eine auf Anregung des Fremdenverkehrs- und Verschönerungsvereins angefertigte naturgetreue Nachbildung der Erlacher Madonna. Diese  wurde vom Wiener Diplombildhauer Prof. Erich Leitner im Sommer 1991 angefertigt und dem Fremdenverkehrs und Verschönerungsverein Bad Erlach als Eigentum übergeben. Am 20. Oktober 1991 hielt diese Nachbildung der Erlacher Madonna im Beisein hoher geistlicher Würdenträger und Politiker im Rahmen einer feierlichen Messe, gesegnet von Kardinal H. H. Groer, ihren Einzug in die Antoniuskirche.

Das Original der Erlacher Madonna mit Kind kann im Erzbischöflichen Dom- und Diözesanmuseum in Wien besichtigt werden.


Gläserner Kreuzweg

Der Fußweg zum Waldfriedhof führt über einen Gläsernen Kreuzweg. Dieser wurde im Jahr 2002 nach Entwürfen der akademischen Malerin Christine Buchner vom Bad Erlacher Glaskünstler Alois Hammer mit Tiffany-Glastafeln gestaltet.

Die 14 Tafeln des Kreuzweges – in den Abendstunden beleuchtet – zeigen die Stationen des Leidensweges Christi.

      


 Ulrichskirche im Waldfriedhof

Diese ist dem Hl. Ulrich (Bischof von Augsburg vom 28. Dezember 923 bis zu seinem Tod am 4. Juli 973) geweiht. Am 3. Februar 993 wurde er bereits durch Papst Johannes XV. heiliggesprochen. Er ist der Schutzpatron für Reisende, Wanderer, Fischer, Weber, Winzer und Sterbende.

Die derzeitige Ulrichskirche stammt aus dem 13. Jahrhundert. Die Datierung erfolgt auf Grund der Grabplatte an der Außenseite der Kirche. Sie zeigt ein einfaches Kreuz auf einem Hügel, wie es in der Zeit zwischen 1225 bis 1250  im südlichen Niederösterreich mehrfach vorkommt.

Es wird aber angenommen, dass sich schon weit früher Mönche auf dem Höhenzug angesiedelt haben und die Christianisierung vorangetrieben haben (etwa um 1100). Eine archäologische Grabung im Jahr 1994 hat neben zahlreichen Skelettfunden auch römische Mauerreste zum Vorschein gebracht. Bei Sanierungsmaßnahmen im Jahr 2011 wurden im Altarraum mittelalterliche Apostelkreuze, eine Sakramentenische und ein romansicher Gurtbogen freigelegt.

Der Kirchenbau entstand in zwei Abschnitten. Der jüngere, westliche Teil ist der Laienraum. Er stammt aus (früh?)gotischer Zeit. Der Raum ist kreuzrippengewölbt mit zwei Jochen. Ein Triumphbogen schließt den wesentlich höheren Laienraum zum Presbyterium ab. Dieses liegt einen Meter unter dem Niveau des Laienraumes – eine Besonderheit dieser Kirche. Der Chorraum besteht aus einem einjochigem Kreuzrippengewölbe und einer kreisrunden Apsis, an die in gotischer Zeit an der Außenseite Stützmauern angefügt wurden.

Die Ulrichskirche hat nach dem 2. Weltkrieg durch die Anlegung eines Waldfriedhofes eine neue Bestimmung als Friedhofskirche erhalten. Von der alten Kircheneinrichtung sind nur noch zwei Holzplastiken erhalten – der Hl. Florian und der Hl. Wolfgang, die in den Nischen neben dem Durchgang zum Altarraum aufgestellt sind. Bei der Renovierung wurde auch der Altar erneuert, er ist  ein freistehender Marmorblock.

Sämtliche Fenster wurden bei der Kirchenrenovierung im Jahr 1955 mit figürlichen Darstellungen in echter Glasmalerei ausgeführt. Im Altarraum rechts der Hl. Wolfgang, mittig der Hl. Ulrich und links der Hl. Leopold.

Im großen Fenster gegenüber der Sakristei drei Heilige Frauen, Katharina, Margareta und Barbara. Im Kirchenraum rechts der Hl. Florian und links der Hl. Leonhard.

Das Rundfenster in der Giebelwand über dem Eingangstor ist eine Darstellung der Heiligen Dreifaltigkeit mit Schrift. Das blaue Dreieck versinnlicht Gott Vater, das rote Kreuz Gott Sohn und die Taube den Hl. Geist. Die Umschrift lautet: Christus principium et fines (Christus ist der Anfang und das Ende).

Die Wand über dem Durchgang vom Kirchenschiff zum Altarraum ist mit einem historischen Motiv versehen. In der Mitte der Darstellung – der Bischof Ulrich mit Mitra, Stab und Fisch. Der Fisch als Symbol seiner so sehr geschätzten Mäßigkeit. Unter dem Bischof befindet sich das Wappen des Stiftes Reichersberg und das Wappen des zur Zeit der Renovierung amtierenden Prälaten Floridus Buttinger.

Auf der linken Seite ist eine Szene aus dem Kampf auf dem Lechfelde dargestellt. Die mit Pfeil, Bogen und Äxten anreitenden Ungarn stoßen auf die Soldaten Ottos. Die königlichen Soldaten führen auf ihren Schildern das Kreuz, das Symbol des christlichen Abendlandes. Darüber steht die Zahl 955. Diese erinnert an den siegreichen Kampf am 10. August. Es war ein Verdienst des Bischofs Ulrichs, der mit seinen schwachen Streitkräften die Eindringlinge so lange hinhalten konnte, bis Ottos Heer eintraf und den Sieg errang.

Die Jahreszahl 1682 auf der rechten Seite weist auf eine Notzeit hin. Diesmal waren es die Türken, die vor Wien standen und auch Wiener Neustadt wurde von feindlichen Horden belagert. Die Darstellung zeigt eine Kirche (dem Aussehen nach die Ulrichskirche) hinter deren offenen Türe verängstigte Menschen zusammenrücken und vor den mit Krummsäbeln bewaffneten Türken Schutz suchen. Mit lodernden Flammen am Horizont schließt die Darstellung ab.

In der Ulrichskirche befindet sich noch ein alter Opferstock. Ein alter Baumstamm, der an seiner Oberseite eine Aussparung hat, die mit einem handgeschmiedeten Deckel mit Einwurfschlitz verschlossen ist.

1969 wurde vom Erlacher Schmiedemeister Josef Gilan ein schmiedeeisernes Eingangstor angefertigt, welches in den Sommermonaten den Besuchern einen Blick ins Innere der Ulrichskirche ermöglicht

(Quellennachweis: Die Kirche zum Hl. Ulrich Erlach der Pfarre Bad Erlach vom 4. Juli 1978)